Kroatien
Meine Eltern kommen aus Kroatien (genauer aus Vrsi-Mulo bei Zadar) und auch ich bin dort aufgewachsen. Deswegen verbindet mich sehr viel mit diesem Land, mit Dalmatien. Vor allem die frische Meereluft einzuatmen ist für mich ein Gefühl, welches ich nur mit dem Wort “Geborgenheit” erklären kann. Ich bin als Kind schon gerne ans Meer gegangen und meine liebste Beschäftigung war es neben Sandburgen zu bauen, zu schnorcheln und Fische zu angeln. Die Wärme des Südens und die saubere Umwelt hat mich dort immer glücklich gemacht.
Vielleicht mag ich deswegen auch keine Berge
Um ein wenig über meine “Heimat” zu erzählen, habe ich mich des Textes von der Webseite des kroatischen Musikvereins “TAMBURICA” bedient. Die Texte habe ich so oder sehr ähnlich auch auf anderen Seiten schon gesehen, deswegen spare ich mir die ganze Umschreiberei. Übrigens habe ich mir während meiner Militärzeit in Kroatien die Glagoljica selber beigebracht und leider auch schon wieder fast verlernt. Ausserdem habe ich kyrillisch während meiner Schulzeit gerlernt, was ich auch nur noch sehr rudimentär kann.

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Grundkennzeichen der kroatischen
Sprache
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Die folgende Tabelle sollte Ihnen nur grob ein wenig bei der Aussprache kroatischer Wörter helfen. Sie sollte ihnen auch einen allgemeinen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen der kroatischen und der deutschen Sprache geben.
Natürlich raten wir Ihnen, sich im Zweifelsfall besser einen Rat bei jemandem zu holen, der sich in dieser Sprache auskennt. (vor allem zwecks korrekter Betonung)
Hier die wichtigsten Unterschiede:
(Alle anderen Buchstaben werden wie gewöhnlich ausgesprochen)
| kroat. Buchstabe | korrekte Aussprache |
| c | wie “z” in Zahn |
|
č |
hartes “tsch”, wie “tsch” in Tschechien |
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ć |
etwas weicheres “tsch”, wie etwa “tch” in Brötchen |
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đ, dj |
stimmhaftes “dsch”, stimmhafte Verbindung von “d” und “j” |
|
dž |
hartes “dsch”, wie “dsch” in Dschungel |
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e |
wie “ä” in Ärger |
|
h |
wie “ch” in machen |
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o |
offenes, kurzes “o”, wie in hoffen |
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r |
kein französisches, sondern ein rollendes “r” |
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s |
hartes “s”, wie “ß” in Fuß |
|
š |
hartes “sch”, wie “sch” in Schulden (oder: Schule,…) |
|
v |
weiches “w”, wie “w” in Wein |
|
z |
stimmhaftes “s”, wie “s” in Hose (oder: Sand, sieben, summen,…) |
|
ž |
stimmhaftes “sch”, wie “j” in Journal (oder: Gelee, Gelatine,…) |
| richtige Schreibweise |
richtige Aussprache |
| tamburica | tamburiza (Betonung auf “tam”) |
| Dulić | hart: Dulitsch |
| farkaš | hart: farkasch |
| Tuđman | weich: Tu“dsch”man |
| Zagreb | weich: “S”agräb |
| živjeli | weich: “sch”ivjäli |
| vino | wi:no (langsam ausgesprochen) |
Mehr Informationen bezüglich der kroatischen Sprache finden Sie hier (auf englisch): Croatian Language
Links zur kroatischen Sprache (Schrift, Aussprache, uvm.)
kroatischen Sprache
Die kroatische Sprache gehört, wie die meisten europäischen Sprachen, zur Gruppe der indo-europäischen Sprachen. Der Begriff “Kroatisch”, der vermutlich persischer Herkunft ist, taucht in Europa zum ersten mal am Übergang vom 2. zum 3. Jahrhundert an der Mündung des Flusses Don in zwei griechischen Aufschriften auf (Horóathos oder Horúathos).
Einteilung der slawischen Sprachen
Die Herkunft des kroatischen Volkes
Zunächst einmal sollte erwähnt werden, daß auf dem heutigen Gebiet Kroatiens nicht immer Kroaten lebten. Es waren einst die Illyrer und Kelten, und natürlich auch die Griechen und Römer, die diese Gegend bewohnten.
Laut einer Theorie kamen die Kroaten aus dem Gebiet des alten Persien (heute Iran), von wo aus ein Teil, wegen häufiger Auseinadersetzungen und aus wirtschaftlichen Gründen die alte Heimat verließ und auf den alten Handelswegen richtung Westen zog. Sie hielten am Ufer des Asowschen Meeres und neben dem Fluß Don und gründeten dort das sogenannte “Rote Kroatien (Don’sches Kroatien, Don’sche Kroaten)”. Dies geschah im 1. und 3. Jahrhundert n. Chr.
Während der Einfälle des barbarischen Hunnenvolkes zog jedoch wiederum ein Teil der Kroaten weiter richtung Nordwesten. Nach Attila’s Tod (dem Führer der Hunnen), besiegten die Kroaten die Hunnen und ließen sich hinter den Karpaten nieder, dem Gebiet zwischen den Flüssen Oder und Dnjestr. Dies wäre heute in etwa das Gebiet der Tschechischen Republik, der Slowakei, Südpolens und der Ukraine. Dies waren die sogenannten “Weißen (Westlichen) Kroaten”. Die Hauptstadt nannte sich “Hrvat” (Kroate) und befand sich an der Stelle des heutigen Krakau in Südpolen. Dieser Staat bestand bis zum 10. Jahrhundert als er in den neuen polnischen und tschechischen Staat zusammenschmolz.
Die Ankunft der Kroaten auf das heutige Gebiet
Im 7. Jahrhundert n. Chr. lebten auf dem Gebiet des heutigen Kroatien starke awarische Stämme, die sogar bis nach Konstantinopel vordrangen. Auf Bitte des byzantinischen Königs Heraklion drang 626 ein Teil der westlichen Kroaten mit einigen zehntausend Soldaten in die heutigen Gebiete vor und es gelang ihnen innerhalb von wenigen Jahren die Awaren zu besiegen und sie in die Gegend nordwestlich der Donau zu vertreiben. In Folge wurden die Kroaten vom byzantinischen König wie Mitbürger und Freunde behandelt.
Mit der Ankunft auf das heutige Gebiet geschah auch etwas anderes, das die Kultur der Kroaten bis in die heutige Zeit wesentlich mitprägte. Sie wechselten vom damaligen Mehrgottglauben auf den christlichen Eingottlauben. Daran waren die vielen Missionare, die vom römischen Papst Johannes IV. gesandt wurden und der selbst in Dalmatien geboren war, nicht unwesentlich beteiligt. Als wichtige Persönlichkeit ist dabei Ivan (Johannes) von Ravenna zu nennen. (Ravenna war damals eines der stärksten Zentren von wo aus sich das Christentum weiter verbreitete.) Somit waren die Kroaten das erste slawische Volk, das sich taufen ließ und sie blieben dem Heiligen Stuhl bis heute treu und ergeben.
Die Missionare Kyrill und Methodius
In dieser Zeit begannen sich auch die anderen slawischen Völker zu christianisieren. Damals, im Jahre 846, herrschte im Großmährischen Reich (Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn) der Fürst Rastislav. Zunächst sollten deutsche Missionare aus dem Frankenreich das Volk bekehren. Rastislav aber fürchtete den Einfluß des deutschen Reiches, da er einen völlig unabhängigen und selbstständigen Staat errichten wollte – auch was die Religion betrifft. Deshalb bat er den byzantinischen Kaiser Michael III. um Hilfe. Dieser wiederum schickte ihm zwei Mönche, die bereits einigermaßen erfahrenen Brüder Konstantin und Methodius. Sie kamen aus dem damals noch slawischen Thessalien (Griechenland). Konstantin war immer schon sehr begabt in östlichen Sprachen.
Der byzantinische Kaiser schätzte die Errungenschaften dieser beiden Brüder, die sie ihm leisteten. Es gelang ihnen das Volk des Khans Hazarius, der ihn um seinen Rat gebeten hatte, zum christlichen Glauben hinzuführen. So schickte er sie gleichhin nach Großmähren.

Die Slawenapostel hl. Kyrill und hl. Methodius.
(Bild aus der unterirdischen Basilika des hl. Klement in Rom)
Hier verrichteten sie sehr wertvolle Arbeit und lehrten den christlichen Glauben in der slawischen Sprache. Viele fränkische Gläubige vertraten aber die Meinung, daß nur 3 Sprachen für die Glaubensausübung geeignet sind, nämlich Hebräisch, Griechisch und Latein. Daraufhin rief Papst Nikolaus I. die beiden Mönche zu sich, wo er sie sehr freundlich empfing (868). Sie zeigten ihm ihre Bibelübersetzungen und der Papst genehmigte ihr weiteres Wirken. Kurz daraufhin starb Konstantin in Rom. Er hatte mittlerweile als Mönch den Namen Kyrill angenommen. Methodius wurde sogar zum Erzbischof der erneuerten Pannonisch-Srijemer Erzdiözese ernannt.
Das Erscheinen von Kyrill und Methodius in Großmähren und im Fürstentum des slawonisch-pannonischen Fürsten Kocelj gefiel auch dem kroatischen Volk sehr. Besonders Slawonien kam in den Genuß der Wohltaten ihres Handelns. Die Priester und Schüler dieser beiden Mönche zogen später gen Süden und verbreiteten ihre Lehren noch weiter auf das gesamte Gebiet des Balkans. Es wurden neue Schriftzeichen geschaffen, die sogenannte glagolitische Schrift. Sie wurde nach dem Vorbild der griechischen Schnellschrift geschaffen. Im Nordwesten Kroatiens entdeckte man viele Funde, die auf diese alte Schrift hinweisen. Die Kroaten benutzten einige Jahrhunderte lang die runde (obla) und daraufhin die eckige (uglata) Form der “Glagoliza”. In einzelnen Schulen wird die “Glagoliza” sogar erneut gelehrt. Der Name “Glagoliza (Glagoljica)” kommt vom Verb “glagoljati”, was soviel wie “viel sprechen, reden” bedeutet.

Baščanska ploča (Die Tafel von Baška), 1100, ältester Fund glagolitischer Schriftzeichen
Die Geschenke der heiligen drei Könige, Misal des Hrvoje

Das glagolitische Alphabet (eckig - uglata)
Tabelle der glagolitischen Schrift mit Zahlenwerten
Weiter östlich, in Serbien und Bulgarien verwendet man eine zweite slawische Schrift, die sogenannte kyrillische Schrift (Ćirilica). Sie wurde aber lange nach Kyrills Tod erfunden. In Rußland wird ebenfalls die kyrillische Schrift verwendet, nur daß die Russen noch mehrere Zeichen haben.

Kyrillische Schriftzeichen
Kyrillisches Alphabet (Azbuka)
In den östlichen und südlichen kroatischen Ländern benutzten die Leute eine besondere Art der kyrillischen Schrift. Diese kroatische oder westliche Ćirilica nannte man auch Bosančica (Bosanica). Die Bosančica ist eine besondere Form der kyrillischen Schrift, die mit der Vereinfachung der alten kyrillischen Schrift und durch Zugabe einiger neuer Zeichen entstand.
Zur Zeit des ersten kroatischen Königs kam es auf dem Gebiet Kroatiens zum Konflikt zwischen den Anhängern des Lateinischen in der Kirchensprache auf der einen Seite und den Anhängern der kroatischen Volkssprache auf der anderen Seite. (“Lateiner”: Erzbischof von Split, Dalmatien / “Volkssprachler”: Bischof Grgur (Gregor) von Nin, mittlere Adria) Es kam sogar zu sehr ernsten Auseinandersetzungen. Schließlich wurde entschieden, die Herrschaft der Erzdiözese von Split auf das gesamte kroatische Gebiet auszuweiten und das Bistum von Nin aufzulösen, wie auch der Gebrauch der Volkssprache beim Gottesdienst verboten wurde (928). Diese Entscheidung rief großen Unmut unter der Bevölkerung hervor, weil das gewöhnliche Volk die lateinische Sprache nicht verstand. Schweren Herzens nahm auch König Tomislav die Entscheidung an.

Ivan Meštrović: Grgur Ninski (Gregor von Nin)
Die unterschiedlichen Schriftsprachen
In der weltlichen Literatur entwickelten sich in Kroatien mit der Zeit, abgesehen von den vielen verschiedenen regionalen Dialekten, 3 neue Schriftsprachen, von denen jede einzelne ganz besondere Eigenarten hatte. (15. Jh.)
KAJ-KAWISCH (nördliches Kroatien)
ČA-KAWISCH (“tschakawisch”, Dalmatien)
ŠTO-KAWISCH (“schtokawisch”, Slawonien, restliches Kroatien)
Alt-Štokawisch: Betonung der Wörter lag eher hinten.
Neu-Štokawisch: Heutige Form des Štokawischen. (Betonung verschieden)
(KAJ? ČA? ŠTO? = WAS?)
Kroatien war jahrhundertelang ein wichtiger Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dalmatien und gewisse andere Teile blieben Wien direkt unterstellt. Der Großteil gehörte jedoch zur ungarischen Reichshälfte. Die ungarischen Herrscher verfolgten eine sehr radikale Politik und trieben die Magyarisierung unbarmherzig voran (später vor allem Khuen Héderváry) Die kroatische Sprache wurde einfach ignoriert. Die Herrscher verlangten, daß überall nur die ungarische Sprache verwendet werden sollte. Die Kroaten wehrten sich gegenüber dieser Politik und lehnten es ab, ungarisch zu sprechen. Nach den absolutistischen Zeiten des Fürsten Metternich entwickelte sich in Kroatien ein größeres nationales Bewußtsein.
In der Vergangenheit verwendeten die Kroaten jahrhundertelang unterschiedliche Schriften, die lateinische Schrift, die glagolitische Schrift und die westliche kyrillische Schrift (Bosančica). Die Verwendung der lateinischen Schrift bedeutete aber nicht, daß sich die Leute aus den verschiedensten Gegenden auch verstanden. Man verwendete verschiedene Schreibweisen. Im Süden überwiegte die italienische Schreibweise, im Norden die ungarische – und sogar individuelle Lösungen wurden erfunden.
Unter dem Einfluß des nationalen Erwachens der europäischen Völker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sehnten sich auch die kroatischen Anhänger der Renaissance nach einer einzigartigen Standardsprache. Die kroatische Renaissance war auch dadurch angeregt, daß die damaligen ungarischen Bestrebungen darauf abzielten, alle kroatischen Länder zu besetzen und somit die Zusammengehörigkeit dieser Länder zu zerstören.
Der Anführer dieser Bewegung, des sogenannten Illyrismus (Renaissance), war Ljudevit Gaj. (Damals vermutete man, daß die Kroaten von den Illyrern abstammen, was heute jedoch widerlegt ist.) Von 1835 an begann der kajkawisch-sprechende Ljudevit Gaj die schtokawische Schriftsprache als Standardsprache für alle Kroaten zu empfehlen. Das Schtokawische und die jekawische Aussprache waren am Angemessensten, weil der Großteil der Kroaten den schtokawischen Dialekt spricht, und weil sich in der kroatisch-schtokawischen Sprache eine außergewöhnlich reiche Literatur während vieler Jahrhunderte entwickelt hatte.
Vlaho Bukovac: Die kroatische Renaissance
(Bühnenvorhang im kroatischen Nationaltheater in Zagreb)
Wichtige Resultate des Illyrismus waren unter anderem die Einführung des Schtokawischen als Standardsprache, das Drucken von kroatischsprachigen Zeitungen, die Gründung zahlreicher kultureller Institutionen, die Gründung sprachwissenschaftlicher Schulen, die Einführung des Kroatischen in das Parlament (Sabor) anstatt des Lateinischen und später auch in Amtsstellen, Schulen, Theater, usw.
Aber die allerwichtigste Veränderung war die Einführung einer phonetischen Lautschrift nach tschechischem Vorbild (Buchstaben čćšđž), die sogenannte “Gajica”. In der phonetischen Lautschrift gibt es für jedes Phonem (d.h. jeden Laut) ein einzelnes Zeichen. (im Deutschen werden z.B. für das “š” 3 Zeichen verwendet “sch”; für das “č” gibt es sogar 4 Zeichen “tsch”)
Diese phonetische Schrift steht im Gegensatz zur etymologischen (historischen) Schreibweise, wie sie etwa im Englischen oder Deutschen verwendet wird. In diesen Sprachen werden die Wörter immer noch in der selben Weise geschrieben, wie es schon zu alten Zeiten Brauch war, auch wenn sich die Aussprache der Wörter selbst verändert hat. Es wird darauf geachtet, daß die einzelnen Morpheme (kleinste sprachliche Einheit, die eine Bedeutung trägt), aus denen Wörter zusammengesetzt sind, immer gleich bleiben.
Auch heute noch stößt man auf sehr große Schwierigkeiten hinsichtlich der Unterscheidung zwischen phonetischer und etymologischer (morphonologischer) Schreibweise. Da die Kroaten die Rechtschreibtradition noch aus den Zeiten des Kirchenslawisch erbten, wurde größtenteils nach dem Vorbild des Alt-Slawischen geschrieben. Dies bedeutet, daß teilweise morphonologisch geschrieben wurde. Da es aber keine Handbücher zur Rechtschreibung gab, wurde aber auch phonologisch geschrieben. Heute ist im Allgemeinen die phonologische Schreibweise üblich.
Wichtige Anhänger der kroatischen Renaissance waren auch Antun Mihanović, Šime Starčević, Petar Preradović, Ivan Mažuranić, usw.
Der Kampf um die Eigenständigkeit der Sprache
Eines der einschneidensten Ereignisse in der Sprachgeschichte des südslawischen Raumes war das Wiener Sprachabkommen von 1850. Damals bestanden grosse Bestrebungen eine gemeinsame Sprache der Südslawen, eine Standardsprache für alle zu erschaffen. Einige hoch angesehene Sprachenkenner versuchten durch gegenseitige Kompromisse ihr Werk zu vollenden. Die Serben mit ihrem sehr berühmten Vertreter Vuk Karadžić verpflichteten sich dazu ihr russifiziertes Kirchenslawisch aufzugeben und die jekawische Variante des Schtokawischen zu verwenden. Die Kroaten andererseits opferten einen Teil ihrer Identität und ihrer vielfältigen alten Dialekte und akzeptierten eine stark vereinfachte Sprache, die auch den Serben damals geläufig war. Karadžić, der von vielen westlichen hohen Persönlichkeiten unterstützt wurde, konnte sich in Serbien auf lange Sicht gesehen jedoch nicht durchsetzen und hat sein Versprechen nie gehalten. Auch die kyrillische Schrift, die eigentlich hätte aufgegeben werden sollen, wird immer noch verwendet. So wurde die kroatische Sprache im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Instrument für die Serben, den Kroaten ihre Ausdrücke aufzuzwingen.
Ab 1850 war für die sogenannte gemeinsame Sprache der Kroaten und Serben der Begriff “kroatisch oder serbisch” geläufig (oder auch “serbisch oder kroatisch”). Am Ende des 19. Jahrhunderts wirkte in Zagreb der serbische Sprachwissenschaftler Đure Daničić. Seine nicht sehr rühmliche Schule mit Anhängern, die das Kroatische und das Serbische vereinigen wollten, übte großen Einfluß aus. Sie paßten einen Großteil der kroatischen literarischen Werke der neuen Schreibweise an. Unter den kroatischen Sprachwissenschaftlern war der Widerstand gegenüber solchen unnatürlichen Bestrebungen immer sehr groß. Obwohl das 19. Jahrhundert sehr fruchtbar in der Veröffentlichung sprachwissenschaftlicher Werke war, wurden einige aufgesetzte Richtlinien ins 20. Jahrhundert übertragen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind in Kroatien besonders diejenigen Sprachwissenschaftler einflussreich, die nicht gerade der Beachtung der natürlichen Entwicklung der kroatischen Sprache dienten, sondern nur den – nicht gutmütig gemeinten Ansätzen – serbischer Sprachwissenschaftler folgten. Im Einklang mit diesen erscheinen Grammatiken, Wörterbücher und Rechtschreibungen. Die wahrlich sprachverbundenen Wissenschaftler setzten sich ihnen entgegen, konnten aber auf lange Sicht gesehen darauf nicht entscheidenden Einfluß nehmen.
Als Kroatien dann Teil des kommunistischen Jugoslawien war, traf man 1954 in Novi Sad (Neusatz) den Beschluß, daß es nur mehr eine gemeinsame Sprache geben soll. Man erschuf den Begriff “Serbokroatisch”.
Im Rahmen der großserbischen Eroberungspolitik wurde auch auf die Eigenständigkeit der kroatischen Sprache abgezielt. Praktisch das gesamte 20. Jahrhundert bis 1990 – mit Ausnahme von vier Jahren während des Hitler-Regimes – verlief im Kampf um die Eigenständigkeit der kroatischen Sprache. Die wahrlich patriotischen kroatischen Sprachwissenschaftler strebten danach nicht nur die falsche Bezeichnung der kroatischen Sprache abzulegen, sondern auch den Einfluß serbischer Wörter in die kroatische Sprache zu unterbieten. Viele Bewahrer der kroatischen Sprache mußten große Opfer erbringen. Sie wurden in Gefängnisse gesteckt und gepeinigt; einige verloren sogar ihr Leben indem sie die kroatische Sprache vor serbischen Angriffen verteidigten.
Das gesamte kroatische Volk mußte bei der Bewahrung seiner Sprache große Not ertragen. Die Sprache ist immer eine der grundlegensten Garantien für die Eigenständigkeit eines Volkes. Somit verteidigten die Kroaten, indem sie ihre Sprache verteidigten, auch ihre Eigenständigkeit als Volk.
Aber noch heute sind diese historischen Tatsachen nicht jedem ganz ersichtlich. Viele Leute auf dieser Welt halten noch immer an der alten kommunistischen Bezeichnung “serbokroatisch” fest, die jahrzehntelang fälschlicherweise benutzt wurde.
Im folgenden haben sie die Möglichkeit, die wichtigsten Unterschiede zwischen der kroatischen und der serbischen Sprache kennenzulernen.
Verschiedene Arten der Aussprache
Was ist denn der Unterschied zwischen dem Kroatischen und dem Serbischen? Wieso sind diese beiden Sprachen verschieden?
Es gibt nicht nur unterschiedliche Standardsprachen, sondern auch die Aussprachen in diesen Standardsprachen sind verschieden. Außerdem gibt es immer noch viele verschiedene regionale Dialekte. Sprache ändert sich mit der Zeit, so häufen sich immer mehr die Unterschiede zwischen diesen Sprachen – vor allem in stilistischer Hinsicht.
Der grundlegende Unterschied zwischen dem Kroatischen und dem Serbischen liegt aber in ihrer Entwicklung. Es entwickelten sich 3 verschiedene Arten der Aussprache, die alle auf das alte slawische “jat (E)” zurückgehen. Sie können dies anhand des folgenden Beispiels erkennen. Das Wort “Milch (mlijeko)” wird in den drei verschiedenen Aussprachearten dargestellt. (Früher gab es an der einen Stelle nur das altslawische “jat” - mlEko):
-
EKAWISCH
Dieser Dialekt wird vorwiegend von den Serben verwendet, wird aber auch in Teilen Slawoniens, der Baranja und Srijems gesprochen. Auffallend ist dabei die häufige Verwendung des “e”.
Milch = mleko; Molkerei = mlekara (Blume = cvet; Blumen = cvetovi) -
IKAWISCH
Wird vorwiegend in Dalmatien (Kroatien) und an der restlichen Adriaküste gesprochen. Häufiges “i”.
Milch = mliko; Molkerei = mlikara (Blume = cvit; Blumen = cvitovi) -
(I)JEKAWISCH
Wird in ganz Kroatien (Slawonien, etc.) und Teilen Bosniens und Montenegros gesprochen.
Milch = mlijeko; Molkerei = mljekara (Blume = cvijet; Blumen = cvjetovi)
(Unterscheidung zwischen langem und kurzem “jat” ! )
Was ist denn die bosnische Sprache?
Die bosnische Sprache ist ein wenig problematisch. Sie wird erst seit kurzem als solche bezeichnet. Die Bosnier (moslemisch-Gläubige) behaupten es sei ihre eigenständige Sprache, obwohl sie praktisch nur eine ähnliche Abwandlung der kroatischen und der serbischen Sprache ist. Diese ist aber voller türkischer Wörter und stark vermischt mit kroatischen und serbischen Ausdrücken. Sogar Experten können nur sehr schwer Unterschiede nennen. Heutzutage verwenden Bosnier immer mehr internationale Ausdrücke (vor allem englische und französische), die an ihre Sprache angepaßt werden. In der bosnischen Sprache wird der lateinisch-phonologische Schreibstil (jekawisch) verwendet.
Die Grammatiken in der kroatischen und der serbischen Sprache stimmen fast überein. In der Lexik (dem Gebrauch einzelner Wörter) hingegen gehen die Sprachen immer mehr auseinander. (siehe vorige Beispiele)
Link: Croatian and Serbian language are different
Das kroatische Volk war immer schon sehr stolz auf seine Geschichte und Kultur. Als es dann einfach in einen gemeinsamen Topf mit anderen geworfen wurde, verloren die Kroaten jegliche Rechte zur Bekennung ihrer jahrhundertealten Identität. Die Unzufriedenheit wuchs. Nichts durfte mehr als “kroatisch” benannt werden, nicht einmal die Sprache. (Alles war entweder “jugoslawisch” oder “serbokroatisch”.)
Ende des 20. Jahrhunderts zeigte sich endlich, daß all diese Tendenzen vergeblich scheiterten. Man bemerkte, daß es einfach nicht möglich war krampfhaft zwei oder mehrere verschiedene Sprachen in sich zu verschmelzen. Die Kroaten sprachen auch zur Zeit Jugoslawiens weiterhin ihr Kroatisch und auch die Serben blieben bei ihrem Serbisch, nur wurde alles unter ein- und demselben Namen gehandelt.
Heute, da Kroatien ein eigenständiger Staat ist, beruft man sich immer mehr zurück zu den alten Zeiten, um das Vergessene, Ausdrücke die typisch für das Kroatische waren, wiederzubeleben.
Betrachtet man rückblickend die ganze Entwicklung dieser Sprache, so bemerkt man, daß die kroatische Sprache mehr als andere slawische Sprachen jahrhundertelang unter dem Einfluß fremder Völker und Sprachen stand. Daran kann man auch erkennen, was die Kroaten schon alles in ihrer Geschichte durchgemacht haben. Zum Beispiel: Latein in der Kirchensprache, Italienisch zur Zeit Venedigs, Französisch unter Napoleon, Deutsch und Ungarisch in der Monarchie, Türkische Einflüsse, Einflüsse des Serbischen und anderer slawischer Sprachen, und heutzutage ist natürlich Englisch die internationale Umgangssprache.
Die Reichhaltigkeit der Sprache und Literatur im Kroatischen war immer schon etwas Besonderes. Davon zeugen die zahlreichen Werke vieler berühmter kroatischer Schriftsteller, die diese Sprache auch in Zukunft weiterhin pflegen und erweitern werden. Hier nur einige der wichtigsten zur Erwähnung: Ivana Brlić-Mažuranić, Petar Preradović, Ivan Gundulić, Dragutin Tadijanović, Mile Budak, Grigor Vitez, Zvonimir Balog, A. G. Matoš, Dubravko Horvatić, Dobriša Cesarić, Ivan Kušan, Vladimir Nazor, Mato Lovrak, Miroslav Krleža, August Šenoa, und viele mehr.
Kroatisch ist heute die offizielle Sprache in der Republik Kroatien. Sie ist auch eine der offiziellen Sprachen in Bosnien und Herzegowina. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird Kroatisch nicht nur in kroatischen Schulen, sondern auch an vielen Universitäten und Schulen auf der ganzen Welt gelehrt.
mehr zur Geschichte der Kroaten
Vladislav Musa / Kratka Hrvatska povijest (Kroatische Geschichte zusammengefasst), 1978
Vjekoslav Klaić / Povijest Hrvata (Geschichte der Kroaten), 1981
Stjepan Vasari / Ključna zbivanja u Hrvatskoj povijesti (Schlüsselereignisse in der kroatischen Geschichte),1986
Trpimir Macan / Hrvatska povijest (Kroatische Geschichte), 1995
Vlado Pandžić, Vlasta Sabljak / Hrvatska darovnica, 1999
Babić, Finka, Moguš / Hrvatski pravopis (Kroatische Rechtschreibung), 2000
Bilder aus Kroatien
Machen Sie sich selbst ein Bild von Kroatien. Hier sind einige Impressionen:
Bilder aus Kroatien und aktuelle Wetterwerte
An der Ostküste des Adriatischen Meeres und in seinem Hinterland gelegen, erstreckt sich die Republik Kroatien. Es besteht kein Zweifel, daß Kroatien auf der Landkarte eine äußerst merkwürdige Form aufweist. Dies ist ein Hinweis auf jahrhundertelange Bestrebungen der Nachbarn Kroatiens, dieses außerordentlich schöne und vielseitige Land für sich zu gewinnen.
Die Republik Kroatien nimmt eine Fläche von 56.538 km2 ein. Die Länge der Grenze zu den Nachbarstaaten beträgt 2.028 km. Nach der Volkszählung von 1991 leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich 84,6 Einwohner. Das am dichtesten besiedelte Gebiet ist Mittelkroatien mit der Hauptstadt Zagreb. Es folgen die Gebiete Međimurje und Hrvatsko Zagorje, während die Gebirgsgegend von Lika die dünnste Besiedelung aufweist.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den Städten, von denen lediglich Zagreb eine Millionenstadt ist. Die natürliche Zuwachsrate der Bevölkerung Kroatiens beträgt nur 0,2 Prozent. Die Ursachen sind zahlreich, können jedoch im Großen und Ganzen auf die systematische wirtschaftliche Ausbeutung Kroatiens im damaligen Jugoslawien, sowie auf die Auslöschung der kroatischen nationalen Identität in der selben Periode zurückgeführt werden, die zur Auswanderung der kroatischen Bevölkerung führte. Es ist zu betonen, daß Kroatien nach Puerto Rico die höchste Migrationsrate der Welt hat.
Die Einwohnerzahl Kroatiens beträgt laut der letzten Volkszählung im Jahre 1991 (also noch vor dem Krieg) 4.784.265 Einwohner. Die große Mehrheit der Bevölkerung bilden die Kroaten (78,1%), es folgen die Serben (12,2%), dann die sogenannten “Jugoslawen” (meist die Kinder aus gemischten Ehen, die sich, durch die Bestrebung der jugoslawischen Kommunisten alle Südslawen in eine Nation zu verschmelzen, weder zu der Nationalität des Vaters noch der Mutter entscheiden konnten) (2,2%), die Moslems (0,9%), die Slowenen (0,5%), die Ungarn (0,5%) u.a.
Die Kroaten sind hauptsächlich katholisch. Die Serben sind orthodox. Ebenso gibt es die islamische Glaubensgemeinschaft und die jüdische Gemeinde.
Die Amtssprache in Kroatien ist Kroatisch. Den Serben und anderen ethnischen Gruppen werden alle Menschenrechte, sowie Kultur- und Glaubensautonomie gewährt.
Außerhalb der Republik Kroatien leben Kroaten in Bosnien und Herzegowina (in der an Kroatien grenzenden West-Herzegowina ist die Bevölkerung zu 99% kroatisch). Kroaten leben auch in der Wojwodina, im Kosovo und im Küstengebiet Montenegros.
Die systematische Aussiedlung der kroatischen Bevölkerung aus dem Gebiet der heutigen Republik Kroatien und anderen kroatischen Gegenden begann Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der ungarischen Herrschaft in Kroatien, sowie der österreichischen Herrschaft in Dalmatien, und wurde zwischen den beiden Kriegen im großserbischen Königreich Jugoslawien fortgesetzt. Einige hunderttausend Kroaten verließen 1945 auf der Flucht vor dem großserbisch-stalinistischen Terror die Heimat. Seit den 60er Jahren wurde die Auswanderung der Kroaten gefördert, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die kroatische Bevölkerung auszusiedeln und dadurch günstige Bedingungen für die Entstehung eines sogenannten “Großserbien” zu schaffen. Es wird geschätzt, daß nur in den westeuropäischen Ländern etwa 1 Million kroatischer Gastarbeiter und ihre Nachkommen leben. Hauptsächlich leben auf allen Kontinenten genauso viele Kroaten mit ihren Nachkommen wie im Mutterland.
Die verschiedenen Regionen Kroatiens
Durch den Einfluß der Alpen und des Adriatischen Meeres besteht auf einem verhältnismäßig kleinen Gebiet der Republik Kroatien ein beträchtlicher klimatischer Unterschied und damit verbunden eine Vielfältigkeit der Pflanzen- und Tierwelt wie auch eine Vielgestaltigkeit der traditionellen Wirtschaft, vor allem der Landwirtschaft und Viehzucht, aber auch der modernen, rohstoffabhängigen Verarbeitungsindustrie.
Kroatien läßt sich in folgende 3 Regionen einteilen:
Das Klima im kroatischen Küstenland von der “Triester Bucht” bis zur “Bucht von Kotor” wird größtenteils vom Adriatischen Meer und den sich längs der Küste hinziehenden, vorwiegend dinarischen Gebirgsketten bestimmt. Die Gebirgsketten schützen das Küstengebiet vor den Einflüssen vom Festland und verhindern gleichzeitig das Eindringen des Mittelmeereinflusses ins Binnenland.
In Istrien, im kroatischen Küstenland und in Dalmatien sind 2 Klimatypen vertreten: das im Küsten- und Inselbereich vorherrschende mediterrane und das kontinentale Klima im Hinterland. Das Hauptmerkmal des mediterranen Klimas im Küstenland ist ein überwiegend heiterer Himmel, so daß die Sonneneinstrahlung in Dalmatien fast die gleichen Werte wie im bewölkungsärmsten Gebiet der Welt, in Andalusien, aufweist. So hat z.B. Hvar 2718 und Dubrovnik 2584 Sonnenstunden jährlich; das weltberühmte Nizza an der Côte d’Azur hat auch nicht mehr als 2706 Sonnenstunden jährlich. Die Wintertemperatur auf den kroatischen Inseln und im Küstengebiet sinkt selten auf 0°C und nur ausnahmsweise wenige Grade darunter; so beträgt z.B. die mittlere Januartemperatur in Hvar 8,7, in Korčula 9 und in Dubrovnik 9,2 Grad Celsius – mehr als in manchen südlicheren Mittelmeerorten (Barcelona 8,8°C, Neapel 8,9°C).
Die Adria zeichnet sich durch verhältnismäßig hohe Salinität aus, was neben der Meerestiefe und der Sonneneinstrahlung ihre intensiv blaue Farbe und Klarheit bewirkt. Außerdem ist die Adria ein sehr warmes Meer, so daß die durchschnittliche Sommertemperatur der oberen Meeresschicht 25-37°C beträgt. Den Küstenrand der Ostadria bilden entweder Klippen oder Buchten mit gröberen oder feineren Kieselsteinen oder mit feinkörnigem, goldgelbem Sand.
Nach der norwegischen Küste gilt die kroatische als die am stärksten gegliederte Küste Europas. Vor der Küste erstrecken sich 1185 kleinere und größere Inseln und Riffe, von denen etwa 60 ständig bewohnt sind, was die Bezeichnung “Küste mit tausend Inseln” nicht als Metapher, sondern als eine sachliche Bestimmung erscheinen läßt. Die größten Inseln sind Krk (410 km2), Cres (406 km2), Brač (395 km2), und Hvar (300 km2).
Das unweit der Küste liegende Hinterland ist ein überwiegend aus Kalkstein und Dolomit gebildetes und durch Korrosion geformtes Karstgebiet. Dieser steinige, poröse und wasserarme Boden ist stellenweise überwachsen und an anderen Stellen bewaldet. Fruchtbarer Boden ist im Karst im allgemeinen selten und befindet sich in den auf undurchlässigen Felsen entstandenen Senkungen (das Polje). Diese kleinen Täler und Einsturztrichter, Oasen fruchtbaren Bodens im Stein, bestehen meist aus roter Erde. Zu den Karstmerkmalen gehören Tropfsteinhöhlen, Grotten, unterirdische Gruben, Sickerflüsse, Karstseen, die im Sommer fast immer austrocknen, und im Küstenbereich liegende Quellen unter dem Meeresspiegel, mit denen die Sickerflüsse ins Meer gelangen. Die Wassermengen der Flüsse Zrmanja, Krka und Cetina schufen außerdem noch großartige Canons und Wasserfälle.
Die kroatische Küste zeichnet sich ebenfalls durch ihre zahlreichen Tier- als auch Pflanzenarten, sowohl auf dem Land als auch unter Wasser aus.
Tourismus
An der kroatischen Küste herrscht eine enorme Fülle an Möglichkeiten für Touristen. So gibt es zahlreiche Naturparks (Brijuni, Risnjak, Kornati-Inseln, Paklenica, Krka-Wasserfälle, Insel Mljet) oder historische Gebäude, Museen, oder Galerien, die in fast jedem kroatischen Ort vorkommen, zur Besichtigung oder man erfreut sich auch nur am Baden und Tauchen im klaren Wasser der Adria oder an sonstigen sportlichen Aktivitäten.
Wirtschaft
Lage, Bodenbeschaffenheit und Relief, Klima, sowie Flora und Fauna bestimmten von alters her die Formen der menschlichen Erwerbstätigkeit an der kroatischen Küste und ihrem Hinterland. Längs der ganzen Küste und auf den Inseln sind Wein- und Olivenanbau die wichtigsten Wirtschaftszweige. In der Umgebung von Split und Dubrovnik, sowie am Neretva-Unterlauf entwickelte sich auch der Obst- und Gartenbau. Auf dem Reichtum der mediterranen Flora beruht die Herstellung von Heilpflanzen, Kräuterteesorten und ätherischen Ölen. Diesen Pflanzen ist auch die gut entwickelte Bienenzucht zu verdanken. Viehzucht (v.a. Schafzucht) und Ackerbau üben einen bedeutenden Einfluß auf die Ernährungsindustrie aus.
Wegen dem entwickelten Fischfang haben die Fischdosenfabriken einen hohen Anteil an der Ernährungsindustrie, wie auch die plantagenmäßige Austern- und Miesmuschelnzucht. Ebenfalls wichtig für die kroatische Wirtschaft sind die Salinen, die seit dem Mittelalter in Betrieb sind. (Die größte befindet sich auf der Insel Pag.)
Im Hinterland gibt es auch Erzvorkommen (Kohle, Pech, Asphalt). Ebenfalls zu erwähnen sind die zahlreichen Steinbrüche in Istrien und auf den Inseln (v.a. auf der Insel Brač). Wichtig sind die Bauxit-Vorkommen in Istrien und im dalmatinischen Hinterland, die insbesondere in Šibenik eine Aluminiumindustrie entstehen ließen. Vor der adriatischen Küste gibt es auch reiche Erdölvorkommen. In Omišalj auf der Insel Krk befindet sich ein berühmter Ölhafen.
Ein Wirtschaftszweig, der sich Ansehen auf der gesamten Welt verschafft hat, ist der kroatische Schiffsbau. Werften kommen in allen größeren Städten, überall entlang der Küste vor. Der größte kroatische Hafen ist Rijeka, gefolgt von Ploče, das eine große Bedeutung für die Wirtschaft von Bosnien und Herzegowina hat, und Split, der größten Küstenstadt.
Der jüngste Wirtschaftszweig an der Adria ist der Fremdenverkehr. Er ist auch gleichzeitig der wichtigste Wirtschaftszweig für die dortige Bevölkerung. Es gibt kaum jemanden, der nicht, zumindest in der Sommersaison, im Tourismus beschäftigt ist. Die meisten Touristen beherbergen in letzter Zeit Istrien (v.a. die Stadt Poreč), Dubrovnik und die verschiedenen Inseln.
Der mittlere Gebirgsgürtel wird als die Gegend bezeichnet, die sich zwischen dem Küstenland und dem peripannonischen Raum erstreckt, wobei die Grenze zum peripannonischen Raum nicht gerade auffällt. Nur die Gebirge sind etwas niedriger. Die größten, im Küstenbereich liegenden, Berge sind Učka (1396 m), Velebit (1757 m) und Biokovo (1762 m), sowie die, sich im Hinterland erstreckende, Dinara (1831 m) – der höchste Gipfel Kroatiens. Der Gebirgsgürtel wird von den Karsthochebenen der Gegenden Lika, Krbava und Gorski Kotar sowie von einer Reihe zu Massiven zusammengedrängter, dicht bewaldeter Kalkanhöhen gebildet. Dazwischen liegen kleine Felder und Talkessel auf einer Durchschnittshöhe von 500-700 m. Das Gebiet von Gorski Kotar liegt über hundert Tage pro Jahr unter Schnee, in einigen Höhlen und Talsohlen hält sich das Eis auch im Sommer. Die durch die Nähe des Meeres und dem hohen Meeresspiegel bedingten Niederschläge im Gebirgsgürtel betragen etwa 1700 bis 3500 Liter auf 1 m2. Der Waldbereich in der Gebirgsgegend des Gorski Kotar macht bis zu 63% aus, während er in der Lika nur etwa 38% des Bodens einnimmt und deshalb die Karstfelsen in Erscheinung treten können. In klimatischer Hinsicht zeichnet sich das Gebiet durch kalte und schneereiche Winter (bis zu –25°C) und frische Sommer aus, sodaß beispielsweise in Gospić die Jahresdurchschnittstemperatur 8,5°C beträgt.
Wirtschaft
Wichtigster Wirtschaftszweig dieser Region ist die Holzindustrie. Aber auf den Feldern der Lika gedeihen auch verschiedene Getreidearten – bekannt für diese Gegend ist eine besondere Gerstensorte aber auch ausgezeichnete Kartoffel- und Kohlsorten. Selbst die unfruchtbarsten Teile der Karstfelder bleiben hier nicht ungenutzt: Sie dienen zur Zucht von Bienen. Die zahlreichen Almen tragen zur Entwicklung der Viehzucht, insbesondere der Schafzucht bei.
Tourismus
Diese attraktive, wald- und wasserreiche Gegend mit zahlreichen geomorphologischen und hydrographischen Phänomenen zieht seit jeher Ausflügler, Bergsteiger, Jäger und Angler an, was der Entwicklung des Fremdenverkehrs besondere Möglichkeiten eröffnet. So können Touristen beispielsweise am selben Tag im warmen Adriawasser baden und auf dem nur 25 km vom Meer entfernten Berg Platak Ski laufen. Berühmter Anziehungspunkt für Touristen ist z.B. der Naturpark Paklenica mit seinen tiefen Canons im Velebit-Gebirge, der viele Bergsteiger anlockt. Eine andere Sehenswürdigkeit stellen die Tropfsteinhöhlen, Cerovačke pećine, an der grenze zwischen den Gegenden Lika und Dalmatien dar, die sich durch die bizarren Formen ihrer Stalaktite und Stalagmite auszeichnen. (Erst kürzlich wurde im Velebit-Gebirge sogar die längste unterirdische Höhle Europas entdeckt.)
3.) Peripannonischer und pannonischer Raum
Das nördliche und nordöstliche Gebiet der Republik Kroatien gehört zum peripannonischen und pannonischen Raum, der von einem gemäßigt kontinentalen Klima mit warmen Sommern und ziemlich kalten, trockenen Wintern gekennzeichnet ist. Der pannonische Raum umfaßt die Gebiete Slawonien, Srijem und Baranja, der peripannonische die Gebiete Hrvatsko Zagorje und Kordun. Die gesamte pannonische Ebene, samt ihrer Seen stellt noch heute die Reste des ehemaligen Pannonischen Meeres dar und wird nur durch einzelne, waldreiche Hügelgebirge unterbrochen. Durch dieses Gebiet fließen ebenfalls die größten Flüsse Kroatiens: die Save, deren Lauf durch Kroatien 562 km beträgt, die Drau (203 km), die Donau (188 km) u.a., die alle ins Schwarze Meer fließen, während die Flüsse des adriatischen Bereichs und eines Teils des mittleren Gebirgsraumes überwiegend in die Adria münden.
Tourismus
Eine Einzigartigkeit des peripannonischen Raumes und auf der ganzen Welt sind die Plitwitzer Seen, die in die UNESCO-Liste der Naturschönheiten der Welt eingetragen wurden. Dort wechseln sich zahlreiche Wasserfälle und Seen ab, und abhängig von der Umgebung wechselt sich auch ihre Farbe, sodaß sie mittlerweile zu einem berühmten Anziehungspunkt für Touristen geworden sind.
Ebenfalls sehr wichtig für den Tourismus sind die zahlreichen Thermen und Heilbäder, die sich hauptsächlich im Hrvatsko Zagorje befinden. Berühmtester Ort hierbei ist Stubičke Toplice. Im Hrvatsko Zagorje befinden sich auch zahlreiche Orte für Ausflüge. So kann man wandern gehen, mittelalterliche Schlösser besichtigen (sehr berühmt ist die Burg Trakošćan) oder sogar Schi fahren – gleich in der Nähe von Zagreb auf dem Berg Medvednica. Im Ort Krapina befinden sich sogar die Überreste des Urmenschen von Krapina.
Der pannonische Raum weist für Touristen z.B. Naturschönheiten, wie etwa die Sumpflandschaft von Kopački rit (Kopački-Ried), 14 km nordöstlich von Osijek auf.
Nicht zu vergessen ist natürlich der Städtetourismus, der in allen Regionen Kroatiens vorkommt.
Wirtschaft
Die pannonische Ebene ist sozusagen die “Kornkammer” Kroatiens. Charakteristisch für die dortige Wirtschaft sind der Anbau von Getreide (besonders Weizen), Zuckerrüben und Wein, die Viehzucht und die Verarbeitung von Obst und Gemüse. Hier befinden sich ebenfalls die größten Fleischfabriken, Brauanlagen und Tabakfabriken. Ebenfalls wichtig für die Wirtschaft Kroatiens sind die hiesige Textil-, Leder- und Gummiverarbeitungs-, Holz-, Bau-, Metall-, und Chemieindustrie.
Bodenschätze auf diesem Gebiet sind eher kärglich. Früher wurde im kroatischen Bergland (Zagorje) noch etwas Kohle abgebaut. Es gibt auch einige Eisenvorkommen, aber noch heute werden in der Ebene des Draugebietes Erdgas und Erdöl abgebaut.
Die Hauptstadt Zagreb gilt allgemein als wichtigstes Industriezentrum Kroatiens und Handelsmittelpunkt (Zagreber Messe). Die Zagreber Wirtschaft hat einen Anteil von über 30% am BSP der Republik Kroatien.
Die einzelnen Gebiete der heutigen Republik Kroatien waren schon in der Vorgeschichte besiedelt. Die ältesten Spuren der menschlichen Kultur fand man in einer Höhle bei Krapina nahe Zagreb, den sogenannten “homo krapinensis”.
Um 1000 v. Chr. Besiedelten illyrische Stämme dieses Gebiet. Die Namen der Regionen Istrien und Dalmatien zeugen von der illyrischen Herkunft. Im 4. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich im Norden die Kelten und im Süden, an der Küste und den Inseln, die Griechen an. Wenige steinerne Zeugnisse der Hellenen sind in den archäologischen Museen in Zagreb und Split. Im 1. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet der Illyrer. Viele Prachtbauten aus der römischen Zeit schmücken heute noch viele Städte an der kroatischen Adriaküste: Die Arena in Pula, der Augustustempel und Diokletianpalast in Split, die Basilika in Poreč und viele andere. Die Römer gründeten die Provinzen Pannonien, Dalmatien und Histrien. Als 395 n. Chr. das röm. Reich in eine Ost- und eine Westhälfte geteilt wurde, verlief hier die Trennungslinie von der Save, entlang der heutigen serbisch-bosnischen Grenze bis zur Bucht von Kotor. Dies ist heute noch die Scheidelinie zwischen dem, von der katholischen Kirche und der lateinischen Schrift beeinflußten, westlichen und dem, von der Orthodoxie und der kyrillischen Schrift gekennzeichneten, östlichen Kulturkreis. Das heutige Kroatien lag folglich im Westen. Das Schicksal der Kroaten ist von dieser Zeit an bis in die Gegenwart von der Lage als Grenzland bestimmt.
Am Anfang des 7. Jahrhunderts besiedelten die Kroaten die Teile des heutigen Kroatiens und Bosnien und Herzegowinas. Da entstanden in der Zeit vom 9. bis 12. Jahrhundert die ersten unabhängigen Fürstentümer, die sich ständig gegen das Frankenreich und den Byzantinischen Staat behaupten mußten. Im Jahre 925 wurde Fürst Tomislav zum ersten kroatischen König gekrönt. Er vereinte das pannonische mit dem dalmatinischen Kroatien. Es umfaßte das Gebiet zwischen der Drau im Norden und dem adriatischen Meer im Süden. Zwischen Istrien im Westen und dem Fluß Drina im Osten. Zahlreiche historische Denkmäler sind Zeugen dieser Zeit.
Im Jahre 1102 wählte der kroatische Adel den ungarischen König Koloman zum kroatischen König. Somit kam Kroatien in eine Personalunion mit Ungarn. In dieser Zeit drangen die Türken vom Osten und Südosten nach Kroatien. 1493 unterlag das kroatische Heer den osmanischen Truppen. Im Jahre 1526 fiel der kroatisch-ungarische König in der Schlacht bei Mohács. Das war das Ende des gemeinsamen kroatisch-ungarischen Staates. Kroatien bestand nur noch aus den Überresten des einst ruhmreichen Königreichs.
Im Jahre 1527 wählte der kroatische Adel Ferdinand von Habsburg zum kroatischen König, weil es sich dadurch seine Unterstützung im Kampf gegen die Türken erhoffte. Die Habsburger errichteten an der Grenzlinie zu den Türken die “Militärgrenze” (kroatisch “vojna krajina”). Zur Sicherung siedelte man dort u.a. die serbischen Flüchtlinge an. Die Nachfahren dieser widersetzten sich 1991 dem Austritt Kroatiens aus dem jugoslawischen Staatsverband und lösten somit im 20. Jahrhundert einen der grausamsten Kriege aus.
Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie trat Kroatien durch den Beschluß des Parlaments (Sabor) am 1.12.1918 in ein neues Bündnis: “Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen” (später Jugoslawien genannt). Der König war ein Serbe und fast alle Regierungs- und Militärposten besetzten die Serben. Um die nationalen Freiheiten der anderen Völker war es schlecht bestellt. 1928 wurde im Parlament in Belgrad ein Attentat auf die Abgeordneten der kroatischen Bauernpartei verübt, dabei wurde der Obmann Stjepan Radić ermordet.
Während des 2. Weltkrieges entstand der unabhängige Staat Kroatien unter der Führung des faschistischen Marionettenregimes. Nach dem 2. Weltkrieg entstand das kommunistische Jugoslawien, in dem nationale, religiöse und politische Diskriminierungen auf der Tagesordnung waren. Mit dem zunehmenden der kommunistischen Wirtschaft, wuchsen die nationalen Unzufriedenheiten einerseits, und der Wunsch der serbischen Politiker nach einem Großserbien andererseits. Als der Kommunismus endlich zusammenbrach kam es auch zum Zerfall des kommunistischen Jugoslawiens.
Am 25.6.1990 rief das kroatische Parlament die Unabhängigkeit aus. Diese erforderte leider sehr viele Opfer. Fast ein Drittel Kroatiens war von den serbischen, paramilitärischen Kräften und der “Jugoslawischen Volksarmee” besetzt. Viele Städte und Dörfer wurden zerstört, viele Kirchen und Kulturdenkmäler niedergebrannt, Infrastruktur vernichtet.
Im August 1995 konnte Kroatien den größten Teil seines eroberten Gebietes wieder befreien. 1997 wurde auch Ostslawonien friedlich in den kroatischen Staat eingegliedert.
Geschichte der kroatischen Sprache
…daß es ein Kroate war, der im Jahr 1906 den Kugelschreiber und den ersten Füllfederhalter erfunden und zum Patent angemeldet hat: der Ingenieur S. Eduard Penkala.
…daß das Wort Krawatte eng mit dem Namen Kroatien (Croata) verbunden ist.
Warum? Weil das kroatische Heer sich seit dem 17. Jahrhundert mit diesem Stückchen Stoff um den Hals schmückte. Von Kroatien aus trat die Krawatte ihren modischen Siegeszug um die ganze Welt an. Nachzulesen übrigens in der Französischen Enzyklopädie.
Mehr zur Krawatte: www.croata.com
…daß es in Dubrovnik schon im 14. Jahrhundert eine staatliche Krankenversorgung gab. Bei Epidemien wurde auf Staatskosten eine Quarantäne durchgeführt, bei der die Kranken auf vorgelagerten Adriainseln isoliert wurden. Diese Einrichtung bestand fast so lange wie die freidenkerische, eigenständige Republik Dubrovnik - viereinhalb Jahrhunderte.
Einige bekannte kroatische Persönlichkeiten
Ruđer Bošković (1711-1787), geboren in Dubrovnik, wirkte in vielen europäischen Zentren. Einer der größten Physiker, Mathematiker und Astronomen seiner Zeit. Ein Vorbote der modernen Physik. Gründer der dynamischen Atomistik. Sein bekanntestes Werk: “Theorie der Naturphilosophie”.
Josip Broz-Tito (1892-1980): Politiker und Staatsmann; organisiert den antifaschistischen Aufstand im ehemaligen Jugoslawien während des II. Weltkriegs
Juraj Dalmatinac (Georg von Dalmatien) (um 1420-1473), Bildhauer und Architekt der Kathedrale von Šibenik. Erfinder der “Fertigbauweise” mit Steinplatten.
Marin Držić (1508-1567): Schriftsteller; Chronist der Republik von Dubrovnik, einer der größten Autoren von Komödien in der Renaissance (Vorgänger von Molière).
Ivan Generalić (1914-1992): Maler der naiven Kunst; Gründer der weltbekannten Hlebiner Kunstschule.
Marin Getaldić (Marin Ghetaldus) (1566-1606): Mathematiker; bekannt für die Anwendung der Algebra in der Geometrie und ein Pionier in der Ausarbeitung konischer Linsen.
Ivan Gundulić (1589-1638): Schriftsteller; bekannt für sein Werk “Osman”, das den Freiheitsgeist der Republik von Dubrovnik feiert.
Julije Klović (Giulio Clovio) (1498-1578), der bedeutendste Miniaturmaler seiner Zeit (”ein neuer Michelangelo”). Er malte für den Papst und die Familie Medici in Florenz.
Miroslav Krleža (1893-1981), der bekannteste kroatische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Essayist und Enzyklopädist, Dichter, Romanautor und Dramaturge, dessen Werke in alle Weltsprachen übersetzt wurden. Gründer der kroatischen Lexikographie.
Vatroslav Lisinski (1819-1854): Komponist; Verfasser der ersten kroatischen Oper “Liebe und Arglist” aus dem Jahre 1846.
Ivan Lupis (1813-1875): Marineoffizier aus Rijeka; Erfinder des Torpedos, der zum ersten Mal in der Whitehead-Fabrik in Rijeka im Jahre 1866 hergestellt wurde.
Marin (4. Jahrhundert): Steinmetz von der Insel Rab; Gründer von San Marino, der ersten Republik in Europa.
Ivan Meštrović (1883-1962): berühmter kroatischer Bildhauer, bekannt für seine monumentalen Skulpturen mit nationaler Thematik; vor allem bekannt für seine Indianer-Skulpturen in Chicago; lebte und arbeitete bis zu seinem Lebensende in den USA.
Slavoljub Penkala (1871-1922): der Erfinder des Kugelschreibers und der Füllfeder im Jahre 1906, sowie des ersten kroatischen, zweisitzigen Flugzeugs.
Marco Polo (1253-1324): Abenteurer, Weltreisender und Forscher; er entdeckte China von Europa aus; brachte die Seidenraupe aus China nach Europa; geboren auf der Insel Korčula, die zu seiner Zeit unter venezianischer Herrschaft war.
Vladimir Prelog (1906-1998): Chemiker; arbeitete in der Schweiz; er bekam 1975 den Nobelpreis für Chemie verliehen.
Stjepan Radić (1871-1928): Politiker; Gründer der Kroatischen Bauernpartei (HSS); ein Demokrat und Kämpfer für die Freiheit Kroatiens; starb an den Folgen des Attentats in der Volksversammlung des Königreiches Jugoslawien.
Lavoslav Ružička (1887-1976): Chemiker; arbeitete in der Schweiz; bekam 1939 den Nobelpreis für Chemie verliehen.
David Schwartz (1852-1897): Konstrukteur des Luftschiffes mit Metallkonstruktion; seine Arbeiten kaufte ihm Ferdinand Zeppelin ab und baute danach den Flugkörper, der seinen Namen trägt.
Ante Starčević (1823-1896): Politiker; Gründer der Kroatischen Rechtspartei (HSP); er vertrat die Politik der absoluten Unabhängigkeit Kroatiens; wurde zum “Vater der Heimat” ernannt.
Alojzije Stepinac (1898-1960): Zagreber Erzbischof; Kardinal und Theologe, der während des II. Weltkriegs öffentlich die faschistischen Verfolgungen verurteilte; nach der Machtübernahme von Seiten der Kommunisten wurde er verhaftet. Er starb in Gefangenschaft und wurde zum Märtyrer ernannt. Vom Papst seliggesprochen.
Nikola Tesla (1856-1943): Physiker; war in den USA tätig; einer der bekanntesten Forscher und Erfinder unseres Jahrhunderts im Bereich der Elektrotechnik und Radiophonik (Dreiphasenstrom); er projektierte das erste Wasserkraftwerk auf den Niagara-Wasserfällen und gab die Grundlagen für die Herstellung von Radargeräten; nach ihm wurde die Einheit für Magnet-Induktion benannt (Tesla, T).
Franjo Tuđman (1922-1999): Politiker und Historiker; Mitglied der antifaschistischen Bewegung; wurde wegen seines Einsatzes für die kroatischen nationalen Rechte vom kommunistischen Regime verurteilt; Gründer der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), die die ersten demokratischen Wahlen im Jahre 1990 gewann; erster Präsident des unabhängigen kroatischen Staates.
Faust Vrančić (lat. Faustus Verantius) (1551-1617): Erfinder, Philosoph und Lexikograph; er antizipierte eine ganze Reihe von technischen Erfindungen, unter anderem auch den Fallschirm.
Ivan Vučetić (1858-1925), einer der Erfinder der Daktyloskopie, der Methode zur Identifikation von Personen aufgrund des Fingerabdrucks.
Dies sind nur einige Beispiele für das Schaffen kroatischer Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben in Europa wesentlich mitgeprägt haben und auch heute noch prägen.
Fügen wir dem noch hinzu, daß eine Reihe von Architekten, Malern und Bildhauern, die Sie vielleicht unter dem Namen Schiavoni in der italienischen Kunst kennengelernt haben, eigentlich Kroaten (Schiavoni - Slawe) von der Ostküste der Adria waren: In der Renaissance waren das die Brüder Vranjanin, Architekt Lucijan und Bildhauer Franjo (Luciano und Francesco) Laurana, der Maler Juraj Ćulinović (Giorgio Schiavone), der Bildhauer Ivan Duknović (Johannes Dalmata), der Maler Andrija Medulić (Medova), der Miniaturist Julije Klović (Clovio) und andere.
Auch der größte kroatische Bauherr und Bildhauer des 15. Jahrhunderts, Juraj Dalmatinac, der außer in Dalmatien auch drei bedeutende Denkmäler in Ancona gebaut hatte, ist in der Welt unter dem Namen Giorgio da Sebenico bekannt. Weltberühmt ist die Kathedrale von Šibenik. Von den Malern aus der Epoche des Barock ist Frederik Benković zu erwähnen, der in der italienischen und österreichischen Kunst bekannt ist.
Kroatien ist seit 1991 eine unabhängige, parlamentarische Demokratie. Der höchste Repräsentant des Staates ist der Präsident. Dieser ist auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Der erste kroatische Präsident und Gründer des heutigen kroatischen Staates war Dr. Franjo Tuđman (HDZ), welcher aber am Ende seiner Karriere nicht unumstritten war. “Freunderlwirtschaft”, autokratischer Führungsstil und überheblicher Nationalismus wurden ihm vorgeworfen. Er verstarb im Dezember 1999.
Der Sieger der Präsidentschaftswahlen am 7. Februar 2000. Stjepan Mesić wurde vielleicht auch deshalb zum neuen Präsidenten gewählt, da er grundsätzlich verschieden zu seinem Vorgänger Tuđman ist und durch seine lockere Art und seinen Humor große Popularität errang. Stipe Mesić war auch - auf Willen mehrerer Politiker und des Volkes - schon der letzte Präsident, des sich bereits zerfallenden Jugoslawien, aber nur für kurze Zeit und ohne große Macht.
Er legt nun besonderen Wert auf Enthaltung und Sparsamkeit im Staatshaushalt und will den kroatischen Staat zu einem modernen, westlichen Staat reformieren. Die Staatsausgaben für das Militär sollen gekürzt und die Medienfreiheit noch mehr als bisher vorangetrieben werden. Der baldige Beitritt zur NATO und EU wird angestrebt. Kroatien ist seit Mai 2000 auch Mitglied des NATO-Programms “Partnerschaft für den Frieden”.
Gemäß der Verfassung von 1990 (mit einigen Änderungen seit 1993) setzt sich der alle 4 Jahre zu wählende Sabor aus dem Repräsentantenhaus und dem Regierungsbezirkhaus zusammen.
Nach der Wahl am 4. Jänner 2000 löste die Koalition zwischen Sozialdemokraten (SDP) und Sozialliberalen (HSLS) und 4 anderen, kleineren Parteien mit einer überwältigenden Mehrheit die langjährig an der Macht gewesene HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) ab, dessen Politikern zu diesem Zeitpunkt große Korruption vorgeworfen wurde. Der momentane kroatische Premierminister ist auch der Führer der Sozialdemokratischen Partei - Ivica Račan.
Einige Parteien: die Bauernpartei (HSS), die Istrische Demokratische Versammlung (IDS), die Christlich-Demokratische Union (HKDU), die Partei des Rechts (HSP) etc.
Im gemeinsamen Jugoslawien war Kroatien nach Slowenien die wirtschaftlich am weitesten entwickelte Teilrepublik. Am Bruttoinlandsprodukt tragen Dienstleistungen (u.a. Handel und Fremdenverkehr) einen Anteil von 62%, die Industrie 25%, Landwirtschaft und Fischfang 12% bei. 1996 erzielte Kroatien erstmals seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Dennoch betrug das BIP im Sommer 1996 erst 75% des Standes von 1990. Grund hierfür ist der dramatische Einbruch der Wirtschaft im zerfallenden damaligen Jugoslawien in den Jahren 1990 bis 1992, sowie die Stagnation in den folgenden 3 Jahren. Insbesondere im Außenhandel mußte sich der neue Staat umorientieren, nachdem der Binnenmarkt der SFR Jugoslawien verschwand. Die Veränderungen in den übrigen ehemaligen Staatshandelsländern Mittel- und Osteuropas, die zuvor bedeutende Abnehmer auch von kroatischen Produkten waren, trugen ebenfalls zum Verlust vieler Absatzmärkte bei.
Die direkten Kriegsschäden beziffert die Regierung auf etwa 27 Milliarden USD. Die indirekten Schäden, beispielsweise durch das fehlen von Tourismuseinnahmen, seien jedoch doppelt so hoch. Der Tourismus und die Bauwirtschaft sind denn auch seit dem Friedensabkommen von Dayton die Zugpferde für die konjunkturelle Erholung Kroatiens. Dennoch liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei 17,8%. Diese könnte in den kommenden Jahren sogar noch weiter steigen.
Nach Hyperinflationsraten in den 80er und den frühen 90er Jahren, mit denen nur einige südamerikanische Staaten “mithalten” konnten, schaffte es Kroatien ab Herbst 1993 mit einem radikalen Stabilitätsprogramm, die Geldentwertung zu stoppen und das Haushaltsdefizit zu begrenzen. Eine Folge dieser bemerkenswerten Währungspolitik ist eine stabile Kuna. Andererseits ist diese Politik nicht unumstritten, da hohe Zinsen und Steuern, sowie niedrige Löhne die Wirtschaft, bzw. weite Bevölkerungskreise empfindlich treffen. Investitionen werden größtenteils nur in nicht kapitalintensive Bereiche (z.B.: Cafés, Diskotheken,…) getätigt. Ausländische Investoren halten sich wegen dem zu kleinen kroatischen Binnenmarkt, der Bürokratie und der schlechten Infrastruktur ebenfalls zurück.
Zur Behebung dieses Problems plant die Regierung große Investitionen in die Infrastruktur. So werden zum Beispiel bis zum Jahre 2004 Autobahnen ganz Kroatien verbinden. Die Reise von Rijeka nach Dubrovnik, Slowenien und Ungarn wird dann enorm erleichtert.
1997 wurde auch eine Steuerreform mit der Einführung der Mehrwertsteuer durchgeführt. Die Verteidigungskosten verschlangen 1994 noch 33% der öffentlichen Ausgaben, jedoch ist eine Verschiebung zu Gunsten des Wiederaufbaus erkennbar. Der Privatisierungsgrad hat ebenfalls bereits 54% erreicht. Besonders kleinere und mittlere Betriebe sind privatisiert.
Ein anderes Problem ist das hohe Handelsbilanzdefizit. Mageren Exporten stehen hohe Importe gegenüber. Der kroatische Wirtschaftsminister geht davon aus, daß erst im Jahre 2002 oder 2003 das BIP-Niveau des Vorkriegsjahres 1990 erreicht sein wird. Jedenfalls öffnet sich Kroatien zum Westen hin und der Beitritt zur NATO und zur EU wird angestrebt.
Die Entwicklung des Tourismus in Kroatien
Der Tourismus in Kroatien begann Jahre 1844, als Opatija auf der Halbinsel Istrien zum Haupt-Tourismusort der österreichisch-ungarischen Monarchie und einem der wichtigsten Tourismusorte Europas wurde. Die touristische Bedeutung Opatijas verminderte sich jedoch bedeutend mit dem Anschluß an Italien nach dem 1. Weltkrieg.
Andere Pioniere des kroatischen Tourismus sind aber noch die Stadt Hvar auf der gleichnamigen Insel, in der 1868 die erste Tourismusgesellschaft Kroatiens gegründet wurde und Krk. Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Tourismus auch in Crikvenica, Mali Lošinj und Rab, sodaß man alle diese Orte zu den Pionieren des kroatischen Tourismus zählen kann.
In Titos Jugoslawien wurde seit den 60er Jahren der Fremdenverkehr als Devisenquelle entdeckt und massiv ausgebaut. Hierbei setzte man hauptsächlich auf Pauschaltouristen, für die Hotels und Urlaubssiedlungen errichtet wurden. Dennoch kamen auch zahlreiche Individualreisende, die meist Betten in Privatunterkünften belegten. 1990, im letzten Vorkriegsjahr, kamen fast 8,5 Millionen Gäste, die für über 52 Millionen Übernachtungen in Kroatien blieben. Zwei Drittel dieser Übernachtungen entfielen auf Ausländer, hauptsächlich Deutsche, Österreicher und Italiener. In den 80er Jahren erlangte auch der preisbrechende Chartertourismus große Bedeutung.
Die touristischen Regionen Kroatiens
Die meisten Touristen besuchen den Küstenbereich Kroatiens. Der Küstentourismus beinhaltet mehr als 90% des kroatischen Fremdenverkehrs. Im Gebirgsgürtel Kroatiens stellen nur die Plitwitzer Seen ein wichtiges Zentrum für Touristen dar. Im pannonischen und peripannonischen Raum hebt sich vor allem die Stadt Zagreb heraus, aber es gibt auch noch einige andere touristisch-wichtigere Thermen und Städte mit einem einigermaßen entwickelten Dienstleistungstourismus. Deshalb gibt nur der Tourismus im Küstenbereich Anlaß zu einer etwas detaillierteren Einteilung.
Istrien
Wichtigste touristische Region Kroatiens. Trägt etwa ein Drittel zu den Einnahmen durch den Fremdenverkehr in Kroatien bei. Von den 5 größten Tourismuszentren Kroatiens befinden sich sogar 4 an der westlichen Küste Istriens. Das wichtigste Zentrum ist Poreč, das jährlich etwa 5 Mio. Nächtigungen erreicht, dahinter folgen Umag, Rovinj und Pula. Die Hauptmerkmale des istrischen Tourismus sind die Orientierung zum Massentourismus, große Tourismusgesellschaften und betonte regionale Identität, die sich besonders im Aspekt der Vermarktung zeigt.
Kvarner
Zeichnet sich durch die Verschiedenheit der Reliefs und einer Mehrzahl an Inseln aus. Deshalb gibt es dort auch nicht so große touristische Komplexe wie in Istrien. Touristisches Zentrum der Region ist Opatija, das auch gleichzeitig Merkmal der kroatischen touristischen Tradition ist.
Nord-Dalmatien
Beinhaltet einen einzigartigen Raum mit einer besonders gegliederten Küste. Orientiert sich am nautischen Tourismus. Hier gibt es auch die besten räumlichen Möglichkeiten zur Entwicklung des Tourismus in ganz Kroatien. Alle touristischen Zentren befinden sich an der Küste.

Mittel-Dalmatien
Mit der Größe und dem Typ des Küstenreliefs ähnelt Mittel-Dalmatien der Kvarner-Region. Unterschiede sind andere klimatische und historisch-geographische Merkmale, wie das etwas weiter in das Festland reichende Küstengebiet und der betontere Privattourismus. Am weitesten entwickelt ist der Tourismus im südlichen Teil der Region, in der Makarska-Riviera und auf den Inseln Hvar und Brač und natürlich auch im Zentrum Dalmatiens – Split.
Süd-Dalmatien
Diese kleinste und entfernteste Region Kroatiens zeichnet sich durch die Hinwendung zum Meer und zu kulturell-historischen Eigenarten, die durch das langjährige Bestehen der alten Republik Dubrovnik entstanden, aus. Deshalb empfindet man auch Dubrovnik als touristisches Zentrum dieser Region. Dieses Gebiet wird außerdem besonders von Touristen mit einer größeren Zahlungskraft besucht und ist außerdem ein etwas kulturell-hervorgehobenerer Teil des kroatischen Tourismus.
Gebirgsregion
Der Nationalpark “Plitwitzer Seen” erwirtschaftete etwa drei Viertel des gesamten Fremdenverkehrs dieser Region. Die Transittouristen machen den Hauptteil der Besucher dieser Region aus.
Mittelkroatien
Umfaßt vor allem den Raum um die Stadt Zagreb, mit Thermen und Kurbädern. Aber auch die Städte Karlovac (Karlowitz) und Varaždin tragen zum Tourismus bei.
Slawonien und Baranja
Ist touristisch noch nicht entwickelt, zeichnet sich aber durch die Eigenart der Landschaft der pannonischen Tiefebene und einer reichen traditionellen Kultur aus. Einen etwas größeren Fremdenverkehr erwirtschaften nur die Städte Osijek, Slavonski Brod und Vinkovci.
Der Tourismus in Kroatien heute
Die Rekordzahlen an Übernachtungen, die vor dem Krieg notiert wurden, sind noch nicht erreicht. Die Folgen des Krieges sind noch immer zu spüren. Ebenfalls ist Kroatien nicht mehr unbedingt ein billiges Urlaubsland: Die Folgen der Stabilitätspolitik spürt auch der Reisende. So liegen Hotelzimmer und Restaurants teilweise nicht mehr unter dem Preisniveau, das nördlich der Karawanken herrscht. Die Privatunterkünfte sind dagegen weiterhin günstig.
Viele der über 500 Hotel- und Feriensiedlungen wurden während des Krieges als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Für einen Qualitätstourismus, dem sich das Land verschrieben hat, sind viele dieser überdimensionierten Gebäude, die oft noch den sozialistischen “Charme” der 70er Jahre ausstrahlen, überflüssig. Es bleibt zu hoffen, daß wenigstens die häßlichsten “Bettenburgen” abgerissen werden. Für kleinere und individuellere Hotels gibt es dagegen Investoren und Gäste. Eine große Zukunft hat auch der nautische Tourismus, da die kroatische Adriaküste zu den schönsten und anspruchsvollsten Segelrevieren der Welt zählt und gleichzeitig ein Netz von mehr als 45 sehr guten Marinas vorhanden ist.
Im Ausland weniger bekannt sind dagegen die Heil- und Thermalquellen im Hrvatsko Zagorje oder in West-Slawonien. Auch für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer gibt es in der wenig besiedelten Bergregion Kroatiens noch viel zu entdecken. Entwickelter demgegenüber ist der Jagdtourismus, da bereits seit vielen Jahren für harte Devisen auch Ausländer auf Hirsche, Wildschweine oder sogar auf Bären schießen dürfen.
Die touristischen Möglichkeiten Kroatiens
Die Gastwirtschaft und der Tourismus gelten auf der ganzen Welt als Wirtschaftszweige mit den besten Entwicklungsbedingungen. Dank dem unaufhörlichen Anstieg des Lebensstandards in den entwickelten Ländern, der Arbeitszeitverkürzung und dem Streben der Menschen nach fremden Ländern, verbucht der Fremdenverkehr immer bessere Zahlen. Deshalb prognostiziert man, daß Anfang des 21. Jahrhunderts der Tourismus der bedeutendste Wirtschaftszweig der Welt wird.
Kroatien sind für die Zukunft noch viele touristische Möglichkeiten offen:
- Auf dem relativ kleinen Raum verfügt Kroatien, wie kaum ein anderes europäisches Land, über eine Fülle verschiedenartiger Naturschönheiten und einem Reichtum am historisch-kulturellen Erbe.
- Kroatien befindet sich auf wichtigen europäischen Verkehrsverbindungen (West-Ost).
- Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern gibt es in Kroatien noch viele von den Touristen unberührte Landstriche.
- Die 1.200 Inseln werden in Zukunft besonders interessant sein, weil sie bis jetzt vom Massentourismus und industrieller Belastung verschont geblieben sind.
- Neue Sportarten wie Nautiktourismus, Kreuzfahrten und Bergwandern (die unberührten Gebiete von Lika und Gorski Kotar) werden die zukünftigen Schwerpunkte sein.
- Das Einbeziehen der pannonischen und peripannonischen Gebiete Kroatiens (Sumpfgebiete mit ihrer Vielfältigen Flora und Fauna ? Jagd; unzählige Schlösser besonders in Hrvatsko Zagorje; erhaltene barocke Stadtkerne mit einer Vielfalt der Kultur der Denkmäler)



